An kaum einem Getränk haften so viele Theorien, Meinungen und Vorurteile wie an Wein. Ganze Kulturen "hängen" am Wein. Wein ist der Inbegriff von Gemütlichkeit, Ausdruck von Stil und Mittel des Genusses. Doch was leisten die Menschen hinter dem Wein, können sie auch kreativ sein? Na klar, hier ein paar Beispiele.
Die Wein.Erlebnis.Welt
Im renommierten Weingut Fritz Allendorf in Östrich/Winkel (Rheingau) kann man in der Wein.Erlebnis.Welt Weine auf eine ganz andere Art genießen als man es sonst tut und zwar unter verschiedenen Lichteinflüssen. Hier kann man Weine in einem speziellen Farblichtraum neu entdecken. So kommt es einem vor, dass Weißwein unter Rotlicht nach roten Beeren schmeckt. Bei grünem Licht schmeckt er plötzlich ganz sauer. Bei Gelb schmeckt's nach Zitrone und bei Blaulicht scheint der Wein zu Wasser zu werden. Für seine "Wein.Erlebnis.Welt" bekam Allendorf den EU Innovationspreis.
Quelle: Artikel in "Für Sie" Heft: 20/2008 vom 16. September
Weinverkauf im Luftschutzbunker
In Kopenhagen gründeten die Brüder Emil und Magnus Gerbola das Geschäft "Gerbola Vin". Ihr Großvater kam von Italien nach Dänemark, während seiner Europa-Tournee als Zirkus-Clown. Die beiden Brüder erinnerten sich ihrer Wurzeln und begannen mit Einfuhr von Wein aus Norditalien und verkauften ihn an Bars, Restaurants und Firmenkunden. Interessanter aber ist der Direktvertrieb: Statt der Einrichtung in ein Geschäft von Kopenhagens berühmten Einkaufsstraßen, entschieden sie sich für einen alten Luftschutzbunker - ein perfekter Ort für Wein. Erbaut wurde der Bunker im Jahr 1942 und befindet sich in einem kleinen Park, die Unterkunft hat keine Strom-oder anderen modernen Annehmlichkeiten - das bekommt dem Wein, neben idealer Temperatur und Luftfeuchtigkeit, sehr gut. Bei der Kundschaft kommt dieses Konzept super an. Eine sorgfältig ausgewählte Flasche italienischen Weins, inklusive Abstieg mit einer Kerze in den Bunker - da hat man einiges zu erzählen.
Quelle: Springwise
Die interaktive Weinbar
Ubiquitous Computing ist ein Trend, der oft diskutiert und weniger häufig gesehen wird, wir haben ein leuchtendes Beispiel dafür gefunden wie der Mensch durch Technik und Computer unterstützt wird: In New York City's luxuriösen St. Regis Hotel verfügt das Restaurant "Adour" über eine technologiegetriebene interaktive Wein-Bar, wo Gäste für sich selbst die große Vielfalt an Weinen erkunden können. Im entsprechendem Ambiente können die Gäste die Wahl aus einer Liste (via Touch-Screen auf dem Tresen) von Selektionen (Glas, Dekanter, Sekt, Rotwein, Weißweine, etc.) auswählen. Zusätzliche Optionen folgen von dort aus, einschließlich der Liste von Ländern, Regionen und Weine. Wenn ein Gast einen bestimmten Wein wählt, erscheint ein rosettenförmiges Bild mit Informationen über den Wein auf jeder seiner fünf Blütenblätter, einschließlich Informationen über die Erzeugerpreise und die Trauben. Die Weinliste wird mit einem benutzerdefinierten Content-Management-System verwaltet und kann täglich oder für besondere Anlässe modifiziert werden. Darüber hinaus verfügt das Restaurant über ein temperaturkontrolliertes Weingewölbe um den Gästen auf Wunsch die eigenen Weine entsprechend zu präsentieren.
Quelle: Springwise
Kunden bestimmen den Preis
Der Winzer und Unternehmer Pieter H. Walser überließ seinen Stammkunden die Entscheidung, zu welchem Preis er seine neueste Weinkreation “Moment of Silence” verkaufen sollte. Er betreibt den südafrikanischen Weinversand “BlankBottle” und versendete an die ersten zwanzig Stammkunden, die seinen neuen Wein orderten, jeweils ein Paket von 6 Flaschen ohne Rechnung. Sie hatten eine Woche Zeit, um den Wein zu testen und durften dann selber entscheiden, welchen Betrag sie an Pieter Walser´s Blank Bottle überweisen würden. Bis zu 70 südafrikanische Rand pro Flasche haben die Weinkenner überwiesen. Der Durchschnitt lag bei 55 R. Pieter entschied sich letztlich, die Flasche für 40 R an alle Kunden zu verkaufen.
Übernommen von Burkhard Schneiders Best-Practise Business Blog
(dort finden Sie u.a. noch weitere Beispiele von Unternehmen die ihre
Preise von der Kundschaft bestimmen lassen) und gefunden auf Springwise
Die andere Wein-Erfolgsstrategie
Das Ehepaar Opitz aus Österreich eroberte in den 1990er Jahren überraschenderweise den hart umkämpften Weinmarkt mit dem ersten süßen Rotwein und ist seitdem nicht mehr aufzuhalten. Kreationen aus dem Hause Opitz sind weltbekannt:
- Der „Silver Lake“ ist die Hausmarke von McLaren (Formel 1 Rennstall)
- „Opitz One“ ist der erste und beste rote Süßwein der Welt.
- Opitz-Weine werden im exklusiven Wine Store von Harrod’s in
London verkauft und stehen in führenden Lokalen und exklusiven Clubs in
Großbritannien auf der Weinkarte
- In der First Class der British Airways werden Opitz-Weine serviert.
- Bill Clinton ist ein Wein mit dem Namen „Mr. President“ gewidmet. Und Bill Clinton schenkt diesen Wein guten Freunden.
- Opitz ist der führende österreichische Winzer in Finnland und der
erste und bislang einzige, der nach Südafrika exportiert.
- Exakt zum 10-jährigen Jubiläum der Gründung erhielt die Familie
Opitz 2005 als erster Winzer Österreichs den Exportpreis des Bundes.
Hinter „Opitz One“, dem besten Süßwein der Welt, steckt eine tolle Geschichte: Die Trauben werden Anfang September geerntet und danach 5 Monate auf Schilfmatten gelagert. Dabei konzentrieren sich Frucht, Zucker und Säure, und es entsteht ein einzigartiges Produkt. Jede Flasche wird persönlich von Willi Opitz mit goldenem Lackstift signiert und am Flaschenhals mit dem Fingerabdruck des Erfinders in Gold versehen. Japaner kaufen „the wine with the fingerprint“ und die Engländer nennen ihn passender Weise “Goldfinger“.
Übernommen von gruenderfallen.at und aus dem gleichnamigen Buch
Willi Opitz ist dafür bekannt, dass seine Ideen und Strategien gut ausgedacht sind - er baut stetig seine Positionierung auf dem Markt aus und entwickelt immer wieder neue Weinkreationen. Mehr Informationen zur Erfolgsgeschichte des Weingut Opitz finden Sie auf der offizillen Website und auf gruenderfallen.at
Das Beispiel von Willi Opitz zeigt, dass man auch in einem hartumkämpften Markt als Neuling eine Chance hat.
Pauschalwein - Das Ende der Sommeliére?
Für Verbraucher, die nicht daran interessiert sind, sich großartig Gedanken zu machen, welcher Wein zu welchen Essen passt, haben die Köpfe hinter Wine that Loves eine todsichere Lösung parat. Das Unternehmen aus San Francisco hat Weine für verschiedene Gerichte zusammengestellt. Die Gerichte wurden auf Grundlage der Popularität in den amerikanischen Haushalten vom Weinexperten Ralph Hersom ausgewählt. So können die Kunden im Online Shop "Den Wein für Nudeln mit Tomatensauce", "Den Wein für Grillhähnchen", "Den Wein für Pizza", "Den Wein für Steak" oder "Den Wein für gegrillten Lachs" bestellen und sich ganz aufs Kochen (oder aufwärmen) konzentrieren. Geht es noch einfacher?
Quelle: Springwise
Letzteres Konzept könnte zwar eine Schande und ein Dorn im Auge eines jeden Weinkenners sein, aber die Idee ist gar nicht so dumm. Das Unternehmen richtet sich an die Masse, die keine Lust und Zeit hat sich mit der Thematik zu beschäftigen, dabei aber trotzdem ein gutes Gesicht bei der Weinauswahl machen wollen. Es ist eine Kunst, Produkte die erklärungsbedürftig sind und ein bisschen Wissen voraussetzen, so abzuwandeln, dass sie sich für Jedermann eignen. Wenn man sich spielerisch auf das Wesentliche beschränkt, kann das neue Produkt ganz neue Käufergruppen ansprechen. Für wahre Weinkenner und -Freunde ist das natürlich nichts, diese genießen den edlen Tropfen weiterhin auf ihre bewährte Art und Weise oder haben sich durch das Weinspezial vom Ideentower inspirieren lassen.
Das Ideentower-Weinspezial wird in Kürze fortgesetzt, freuen Sie sich
dann auf das Thema "Weinzubehör"
Ideentower
Selten so gedacht