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Freitag, 25 April 2008

Kreative Weltverbesserer – Teil 1

Nehberg2 In der Regel berichten wir bei Ideentower über innovative Ideen von Unternehmern oder solchen die es werden wollen. Es gibt aber auch Menschen mit herausragenden Visionen, die allen Kritikern zum trotz an sich selbst und ihren Ideen glauben und diese erfolgreich umsetzen - im Dienste der Menschheit. Diese Visionäre möchten wir in einer kleinen „Weltverbesserer“-Reihe zum Thema machen.

Rüdiger Nehberg ist Aktivist für Menschenrechte, ehemaliger Konditor und Überlebenskünstler in einer Person. Fasziniert von so viel Engagement,  erzählen wir Ihnen von seiner Kreativität, welche bereits zahlreichen Menschen das Leben rettete.

Wie kann man mit kreativen Ideen Menschenleben retten?

Durch seine Reisen wurde er auf die Ausbeutung des brasilianischen Regenwaldes und Ausrottung der dort lebenden Indianer aufmerksam. Das hat Nehberg verändert. Mit immer neuen spektakulären und stillen Aktionen sorgt er für Medienrummel. Mal mit dem Tretboot über den Atlantik, mal als Goldsucher getarnt oder auf einer massiven Tanne von Mauretanien nach Brasilien, nichts war ihm zu gefährlich – so wurde er vom Tüftler zum Aktivisten an der Front.

Mit seinen waghalsigen Unternehmungen sorgt er für Aufmerksamkeit, Medieninteresse und Gesprächthema – er sammelt spenden und Argumente und nutzt die Gunst der Stunde um Politiker und Meinungsführer für seine Sache zu gewinnen. Mit großen Erfolg - seit über 26 Jahren!

Möchten Sie mehr von Rüdiger Nehbergs Geschichten erfahren? Dann lesen Sie hier weiter oder stöbern Sie auf seiner Website.

Ruediger1 Um auf die Bedrohung der Yanomami, einem brasilianischen Indianerstamm, aufmerksam zu machen baut er sich ein Tretboot und überquerte 1987 den Atlantik. Zwei Jahre später gab er sich zusammen mit dem Dokumentarfilmer Wolfgang Brög als Goldsucher aus und filmte mit versteckter Kamera. Denn 65.000 bewaffnete Goldsucher drangen in das Gebiet der Indianer ein und bedrohten ihre Existenz. Sie rodeten Wälder und nahmen das Land für sich in Anspruch, sie zerstörten die Natur und hinterließen Schutt und Schlamm, dann zogen sie weiter um das nächste Goldsucher-Camp aufzubauen. Der Film wurde mit dem Titel „Goldrausch in Amazonien“ (ZDF, Reportage) von Greenpeace an alle Sender weltweit verschickt und das Verbrechen wurde öffentlich. Im Jahre 2000 überquerte er wieder den Atlantik, diesmal auf einer Tanne und pünktlich zur 500-Jahr-Feier Brasiliens, um erneut auf die Unterdrückung der Ureinwohner bekannt zu machen.

Viele Aktionen dieser Art und sein 20 jähriger Einsatz blieben nicht ohne Wirkung. Die Pro-Yanomami-Lobby schwoll weltweit immens an und erreichte, dass die Yanomami weltweit bekannt wurden und inzwischen einen akzeptablen Frieden haben.

Auf seinen wohlverdienten Lorbeeren ruht er sich nicht aus, im Jahre 2000 gründete er zusammen mit seiner Lebensgefährtin Annette Weber die Menschenrechtsorganisation TARGET HUMAN RIGHTS um sich effektiv gegen weibliche Genitalverstümmelung und für die Waiapí-Indianer im Amazonas-Regenwald einzusetzen.

Vor allem der Stop der Verstümmelung liegen ihnen sehr am Herzen, auf verschiedenen selbstorganisierten Wüstenkonferenzen und Karawanen verkünden sie gemeinsam mit islamischen Freunden und Religionsführern, dass die Verstümmelung eine Sünde ist und mit dem Islam nicht zu vereinen ist.

Für sein Engagement erhielt Rüdiger Nehberg, geboren 1935,  bereits zum zweiten Mal das Bundesverdienstkreuz am Bande (2002 + 2008).

Mehr über Rüdiger Nehberg und Target Human Rights erfahren Sie auf seiner Website und in seinen zahlreichen Büchern und Filmen.

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