Mit Gefängnispoker ungeklärte Verbrechen aufklären
Im April 2003 gab das Pentagon einen Set Pokerkarten an die Soldaten im Irak heraus, die mit den Bildern des inneren Führungskreises von Saddam Hussein bedruckt waren.
Ziel war es, diesen inneren Kreis und deren Gesichter bei den Soldaten bekannt zu machen und dadurch die Identifikation und Festnahmen zu erleichtern.
Als Spezialagent Tommy Ray, ein State Law Officer in Polk Country (USA) dies erfahren hatte, wendete er diese Idee auf etwas anderes an. Zwei Jahre später hatte er sein eigenes Kartenspiel entwickelt, mit unaufgeklärten lokalen Verbrechen.
Er verteilte diese Kartensets in den örtlichen Gefängnissen von Polk Country und hoffte darauf, dass die Gefängnisinsassen beim spielen geschwätzig wurden und sich die Information schon selbst ihren Weg zu den örtlichen Behörden suchte.
Der Plan ging auf, schon zwei Monate später, nach einem Tipp von einem pokerspielenden Informanten, wurden zwei Männer festgenommen, die des Mordes angeklagt waren.
Im Juli 2007 wurde die Ideen ausgeweitet: alle Insassen der Gefängnisse in Florida bekamen ein Kartenset mit insgesamt 104 "kalten" und somit unaufgekärten Verbrechen. Mitte Oktober 2007, wieder nach dem Tipp eines Insassen, konnte die Polizei einen Mann festnehmen, der mit dem Forty Myers Verbechen 2004 in Verbindung gebracht wurde.
Es sind Pläne in der Schublade, alle Gefängnisse Floridas mit Kartenspielen auszustatten.
Jack Levin, ein Soziologe und Kriminalist an der Northwersten University der ein Buch über Gerüchte geschrieben hat, ist allerdings zurückhaltend mit seinem Urteil. "Dies ist ein interessantes Experiment", sagt er "aber um zu wissen ob es funktioniert, müssen einige erfundene Fälle eingebaut werden um zu wissen wie die Insassen auf diese reagieren. Es wird zwar hier und dort ein Fall aufgeklärt werden aber man darf nicht vergessen, wie viel falsche Gerüchte und Papierkram das verursacht".
Von den bisher eingegangenen 66 Hinweisen, sagt Ray, können vielleicht 15 weiter verfolgt und vier abgeschlossen werden. Ray sagt dazu: "die Fälle auf den Kartenspielen sind eh hoffnungslos, es ist auf jeden Fall besser Informationen zu bekommen als keine zu haben".
Quelle: The New York Times Magazine, 08.12.2007
Weitere Infos: Wikipedia
Ideentwower
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