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Dienstag, 20 November 2007

3 Gründe, warum Brainstormings häufig scheitern, und was Sie dagegen tun können

Ein Bestandteil meiner Arbeit ist der Aufbau von funktionierenden Innovationsprozessen. Dazu gehört u.a. eine funktionierende Brainstormingkultur um effizient an gute und vor allem neue Ergebnisse zu kommen. In den meisten Fällen sehen wir uns Teams (und deren Brainstormingverfahren) im Vorfeld sowie in einem Review nach 6-12 Monaten an, um zu sehen, ob der Transfer in den Arbeitsalltag geklappt hat.

Daraus habe ich die drei häufigsten Fehler abgeleitet, die Teams machen, wenn es ans Brainstorming geht. Wie steht es um Ihr Team? Treten Sie in eine der Fallen oder gehören Sie schon in die Brainstorming Profi-Liga?

  • Fehler 1: Fragestellung wird nicht richtig geklärt, sondern einfach losgelegt.
  • Fehler 2: Kein Aufwärmen: Direkt nach Zahlen, Daten, Fakten sollen Ideen sprudeln.
  • Fehler 3: Ideen werden zu früh verworfen anstatt weiterentwickelt

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                                                        S p o n s o r - L i n k
Avenue
ist Spezialist für Kreativität, Innovation und Veränderung.
- Entwicklung und Etablierung von Innovationsprozessen,
- Moderation von Innovationsworkshops: 100 Ideen in 30 Minuten.
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Fehler 1: Die Fragestellung

"If I had an hour to solve a problem and my depended on the solution, I would spend the first 55 minutes determining the proper question to ask, for once I know the proper question, I could solve the problem in less than five minutes."       - Albert Einstein

Viele Teams legen direkt los, mit einer nebulösen Fragestellung ("Hat jemand irgendwelche Ideen dazu?") und kommen nicht richtig in die Gänge oder erhalten unterschiedlichste, aber nicht zielführende Ideen, weil jeder Teilnehmer etwas anderes im Kopf hat. Deshalb mein Tipp: ...

TIPP: Vor dem Start des Brainstormings das Problem/die Herausforderung einkreisen (z.B. indem Sie viele "Warum-Fragen" stellen), kurz die Fakten dazu sammeln (soviel Informationen wie auf eine Flipchart-Seite passen) und dann die Fragestellung schärfen indem Sie gemeinsam im Team einfach zwischen 6-12 verschiedene Fragen aufschreiben, die unterschiedliche Blickwinkel aber auch unterschiedlich klein- oder groß gefragt sein können. Jede Frage zählt, einfach aufschreiben - das spart auch manche Diskussion. Wer mit einer Frage nicht einverstanden ist, soll einfach "seine Alternativ-Frage" aufstellen.

Dann soll der Auftraggeber oder das Team sich gemeinsam für eine Fragestellung entscheiden. Gute kreative Fragestellung fangen mit "Wie könnte eine Lösung/Kampagne... aussehen, die <das Ziel erreicht>?" oder "Wie können wir es schaffen, daß <das Ziel erreicht wird>?" an. Formulieren Sie die Frage so, dass sie die Neugier der Teilnehmer weckt ein wenig überspitzt ist, das spornt an.

Fehler 2: Kein Aufwärmen der Gruppe

Die Brainstormingteilnehmer kommen gerade von einer anderen Sitzung oder direkt vom Rechner, sind also tief in der "Ja/Nein"-"Richtig/Falsch"-Denke drin und sollen plötzlich Neuland betreten und einfach mal so Ideen entwickeln.

Tipp: Führen Sie kurz in den Prozess der Ideenfindung ein (Material dazu) und weisen Sie die Teilnehmer auf die Spielregeln hin (Bewertung später, keine Killerphrasen, groß denken etc.) und erklären Sie auch, warum diese Regeln so wichtig sind. Lösen Sie dann die Teilnehmer vom analytischen Denken mit einer Aufwärmübung die zu Ihnen und Ihrem Team passt. Machen Sie evtl. ein Vorab-Warmlaufbrainstorming zu einem anderen Thema um in die Gänge zu kommen. Drei Übungen, die immer funktionieren:

  1. Geben Sie einen Gegenstand im Kreis herum (z.B. Kleiderbügel, Flaschenöffner ...) und bitten Sie jeden Teilnehmer eine Verwendungsmöglichkeit dafür zu finden. Das Team sollte in 5 Minuten 30 Verwendungsmöglichkeiten finden (am Anfang ist es noch leicht, ab der dritten Runde wird es schwieriger und man muss das analytische Denken hinten anstellen)
  2. Lassen Sie sich von der Gruppe 10 verschiedene Wörter zurufen. Dann ist jeder Teilnehmer gefragt, in 5 Minuten eine Kurzgeschichte zu schreiben, in der die Wörter in dieser Reihenfolge vorkommen.
  3. Übungen aus dem Improvisationstheater, lassen die Teilnehmer anfangs über ihre emotionalen Blockaden "stolpern", nachher fliegen dann aber die Ideen umso besser. Herausforderung an den Moderator: Knackige, selbstbewußte Einführung - dann machen auch Führungskräfte mit, haben Spaß dabei und erkennen dann den Nutzen (und wollen jedes Mal neue Übungen :-)).

Fehler 3: Ideen werden zu früh verworfen

Kaum ist das Brainstorming rum und die kreativen Spielregeln gelten nicht mehr, gibt es immer einige Teilnehmer, die gerne mit einem Rotstift in der Hand durch die Ideen gehen würden, um diese zu streichen, weil "zu verrückt", "zu groß gedacht" oder "passen nicht auf uns".

Tipp: Keine Frage: Bei jedem Brainstorming sind auch Ideen dabei, die überhaupt nicht auf die Fragestellung zutreffen, die aber zumindest für die anderen ein Impuls waren.  Bevor Sie jetzt jedoch  Ideen zertrampeln, wie kleine Pflänzchen am Wegesrand, schauen Sie nochmal genau hin. Burkhard Schneider hat mir das schöne Bild des "Zahnrads" geschenkt. Er vergleicht Ideen mit Zahnrädern, die man manchmal noch um ein paar Zacken nach links oder rechts drehen muss, damit diese funktionieren. D.h. achten Sie in diesem Schritt darauf, daß nicht nur Standard-0815-Ideen ausgewählt werden, sondern daß bewußt einige größer-gedachte Ideen zum Zug kommen (die aber immer noch auf die Fragestellung passen müssen) und versuchen Sie diese zu verändern, anzupassen oder zu kombinieren, damit das Rad passt.

Wer weitere Tipps und Tricks von den Profis möchte, sollte sich für den Ideentower/Avenue Newsletter anmelden. In der nächsten Ausgabe (Mitte Dezember) verraten Ihnen Innovationstreiber aus unterschiedlichen Unternehmen, wie sie den Schritt in die Profi-Klasse geschafft haben.

Ideentower
innovativ.anders.umgesetzt.

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