Schach erhöht ja bekanntermaßen die Fähigkeit des strategischen und
vernetzten Denkens und trägt dazu bei, Logik auf spielerische Weise zu
fördern. Studenten der Princeton University erleben derzeit eine eher ungewöhnliche Kooperation: Sie spielen regelmäßig mit Inhaftierten des New Yersey State Prison
Schach und bekommen auf diese Weise die Chance eines konträren
Perspektivenwechsels. Diese Initiative zeigt eine nützliche Wirkung auf
beiden Seiten: die Inhaftierten bekommen eine Pause Ihres routinierten
Alltags und verbessern spielerisch ihre Konzentrationsfähigkeit,
während Studenten Menschen kennlernen, die sie im normalen Leben sicher
nicht getroffen hätten. Wie Joe Bewley
berichtet,werden die Inhaftierten auf diese Weise indirekt auf ihr
Leben in Freiheit vorbereitet: "There are a lot of people who are going
to be in here for a very long time. This helps them keep their minds
sharp." Doch nicht nur ihr Gehirn wird dadurch trainiert, sie lernen
ebenso, wieder auf ihnen unbekannte Menschen zuzugehen und alltägliche
Umgangsformen zu pflegen, so Bewley weiter: "Though they are imprisoned
for some of the worst crimes, the group of chess-playing inmates is one
of the most well-behaved in the prison, Many inmates say they enjoy
chess because it is a metaphor for real-life situations where they
often were unable to come out on top."
Wussten Sie, dass es in
Deutschland ein Schachdorf gibt (übrigens das Einzige in Europa),
dessen Wurzeln auf eine "ähnliche" Situation zurückgehen? Dort wurde im
11. Jahrundert der Wendeherzog Gunzelin gefangen genommen, der aus
Langeweile seinen Wächtern das Schachspiel beibrachte. Dieses ist
seither mit der Geschichte des Schachdorfs Ströbeck
eng verwoben und trug dazu bei, dass seit 1823 Schach in der Ströbecker
Schule Unterrichtsbestandteil ist. Übrigens ein cleveres und durchaus
übertragbares Konzept, um Kindern bereits frühzeitig logisches Denken
und Kombinationsfähigkeit beizubringen.
Ideentower Chance:
Was das für Sie bedeuten kann? Nein,
sie sollen nicht am städtischen Gefängnis anklopfen und fragen, ob
jemand mit Ihnen Schach spielen mag. Aber vielleicht schärfen Sie Ihren
Blick für ungewöhnliche Kooperationen. Fremde Perspektiven zu entdecken
kann durchaus hiflreich sein, um den Blick immer wieder über den
eigenen "Tellerrand" hinaus zu werfen und neue Wege zu beschreiten.
Welche Kooperationsmöglichkeiten fallen Ihnen denn ein? Mit wem möchten
Sie gern mal die Perspektive wechseln? Und wo kann sich dabei ein
Nutzen ergeben? Ungewöhnliche Wege des Lernens sind auf dem Weg zur
Innovation wichtig und sollten auch in den Formaten der
Personalentwicklung immer mehr Anklang finden.
Wie, Sie können kein Schach? Na das wäre doch eine nützliche Monatsaufgabe.
Ideentower Bewertung:



Gesehen bei: 500 WAYS TO CHANGE THE WORLD
Bild: www-photocase.de
Ideentower
Innovativ.anders.umgesetzt.





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