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Montag, 29 Mai 2006

Wohngemeinschaft als Geschäftsmodell

B_6_2 "Die Wohngemeinschaften der 70er Jahre zeichneten sich häufig aus durch ihre Kritik am Establishment und Diskussionen über Kommunismus, Kapitalismus und schmutziges Geschirr. Heute lebt das Establishment selbst in solchen Wohngemeinschaften. Die angeblich größte davon befindet sich in Düsseldorf.
Gründer der 35 Mitbewohner zählenden Riesenwohn-gemeinschaft in Düsseldorf ist Klaus Moskop. „Ich glaube, dass Wohngemeinschaften in Zukunft ein Ersatz für die Großfamilie sein werden. In so einer großen Community ist immer jemand am Start“, ist Klaus überzeugt.
Die Räume der Wohngemeinschaft verteilen sich auf drei Gebäude. Hier fing alles an. „Ich musste diese sexy Immobilie haben“, schwärmt Klaus.

Als er per Inserat nach Mitbewohnern suchte, sei die Resonanz riesig gewesen und so entstand folgerichtig auch eine riesige WG. Ein Zimmer mit zehn Quadratmetern kostet 299 Euro, 20 Quadratmeter kosten 399 Euro, 30 Quadratmeter 499 Euro. Dazu kommen zehn Prozent Nebenkosten.
Die Nachfrage nach Zimmern ist riesig. Pro Tag gibt es bis zu zehn Anfragen. Aus diesem Grund will Klaus noch größer werden. Im Düsseldorfer Stadtteil Derendorf hat er jetzt 2.000 Quadratmeter Wohnfläche für 1,4 Millionen Euro gekauft. Sein Trick: Er kauft und mietet für seine Wohngemeinschaft keine Wohnungen, sondern Büroräume. Die sind nur halb so teuer, stehen oft leer und sind häufig in bester Lage angesiedelt. Klaus' Wohnkonzept entspricht einer gewerblichen Nutzung. Jeder mietet bei ihm nur sein Zimmer. In der Miete enthalten sind Internet- und Telefonanschluss. Für seine Mitbewohner hat Klaus einen Koch engagiert, das kostet jeden noch mal 99 Euro im Monat. Um die Sauberkeit kümmert sich eine Putzfrau, die Getränke kommen aus dem Automaten. Auf Wunsch stellt Klaus auch Bett oder Schrank in die Zimmer. „Im Durchschnitt bleiben die Leute 4,2 bis 4,8 Monate hier“, erklärt Kumpel Manfred.
Geld verdiene er mit der Riesenwohngemeinschaft noch nicht, sagt Klaus, die Mieteinnahmen seien ein „Null-Null-Geschäft“. Aber: „Wir planen langfristig mit unserem Bewirtschaftungskonzept leerstehende Immobilien wieder attraktiv zu machen. Dann wollen wir mit Gewinn verkaufen oder sonst wie an der Wertsteigerung partizipieren“.
Quelle und Foto: WDR Fernsehen, 08.05.06, Von Mathias Rauck

Ideentower Chance:
Hier zeigt sich einmal wieder, das bestehende Konzepte Potenzial beinhalten. Die leersthenden Büroräume werden zwckentfremndet und später zu einem höheren Preis wieder verkauft. Also: bestehende Konzepte überdenken und andere Nutzungsmöglichkeiten finden!

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innovativ.anders.umgesetzt.

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Folgende Weblogs beziehen sich auf Wohngemeinschaft als Geschäftsmodell:

Kommentare

Kann ich nicht bestätigen. Und ich habe mehr als 10 Monate da gewohnt...

Ansich wohl eine spannende Idee. Anzumerken ist allenfalls, dass bei Gründung unserer Bürogemeinschaft in Düsseldorf jede Menge enttäuschte Mieter von der Adersstrasse herübergelaufen kamen, sich über die mangelnde Professionalität, angeblich nicht rückerstattete Kautionen etc. beklagten.

Da wurden zusätzlich Geschichten von übernacht umgestellten Betten, Tischen und Schränken erzählt.

Eingebrachte Möbel sollten in das Eigentum des Vermieters übergehen etc.

Trau, schau wem ...

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